Landeslehrpreis 2026: Lehrender der Freien Universität Berlin wird für innovative Lehre ausgezeichnet
Lehrprojekt „Talking Violence“ von Politikwissenschaftler Jannis Julien Grimm erhält Berliner Landeslehrpreis / Informatiker Max Willert auf Shortlist für Publikumspreis
Nr. 074/2026 vom 11.06.2026
Die Freie Universität Berlin ist beim Berliner Landeslehrpreis 2026 gleich doppelt erfolgreich: Die Lehrveranstaltung „Talking Violence“ von Dr. Jannis Julien Grimm vom Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung (INTERACT) am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften wird mit dem Landeslehrpreis in der Kategorie „Vertiefung, Anwendung und Transfer von Wissen und Kompetenzen“ ausgezeichnet. Die Lehrveranstaltung „Diskrete Strukturen für Informatik“ von Dr. Max Willert vom Fachbereich Mathematik und Informatik ist für die Shortlist des Publikumspreises nominiert. In dieser Kategorie entscheidet die Öffentlichkeit in einer Online-Abstimmung über die Gewinnerin oder den Gewinner. Der Berliner Landeslehrpreis 2026 wird in diesem Jahr erstmals vergeben – in insgesamt sechs Kategorien. Das Land Berlin würdigt damit herausragende Leistungen in der Hochschullehre und unterstreicht deren gesellschaftliche Bedeutung. Die Preisverleihung findet am 1. Juli 2026 an der Berliner Hochschule für Technik statt.
„Die Auszeichnung von Jannis Julien Grimm und die Nominierung von Max Willert unterstreichen die hohe Qualität, Innovationskraft und Studierendenorientierung der Lehre an der Freien Universität Berlin“, sagt Prof. Dr. Sven Chojnacki, Vizepräsident für Studium und Lehre. „Beide Lehrkonzepte stehen beispielhaft für das große Engagement unserer Lehrenden und zeugen von unserem Anspruch, Studierende nicht nur fachlich auszubilden, sondern sie dazu zu befähigen, wissenschaftliche Erkenntnisse kritisch einzuordnen, Verantwortung zu übernehmen und gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitzugestalten.“
„Talking Violence“: Forschungen zu Gewalt-Dimensionen und Expert*innen-Interviews in Podcast-Reihe
Ausgezeichnet wird das Proseminar „Talking Violence“, das Dr. Jannis Julien Grimm im Wintersemester 2024/25 im Bachelorstudiengang Politikwissenschaft angeboten hat. Im Zentrum der Lehrveranstaltung stand die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen von Gewalt. Die Studierenden beschäftigten sich mit materiellen, symbolischen und strukturellen Dimensionen von Gewalt und produzierten dazu eine eigene Podcast-Reihe. „Das Seminar stärkt nicht nur Recherche- und Kommunikationskompetenzen, sondern macht Wissensproduktion erlebbar und trägt die Erkenntnisse durch die Veröffentlichung in die Gesellschaft. Ein herausragendes Beispiel für exzellente Lehre im Verbund mit Wissenschaftskommunikation“, begründet die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege die Auszeichnung.
Der besondere Ansatz des Seminars bestand darin, wissenschaftliches Arbeiten mit Wissenschaftskommunikation zu verbinden. Die Studierenden recherchierten aktuelle Konflikte und gesellschaftliche Kontroversen, führten Interviews mit Fachleuten und entwickelten daraus eigenständige Podcast-Folgen für ein öffentliches Publikum. Themen waren unter anderem Gewalt gegen Zivilistinnen und Zivilisten in Syrien und Gaza, die Folgen des Klimawandels sowie Herausforderungen der internationalen Gewaltprävention. Diese Auszeichnung in der Kategorie 2 des Berliner Lehrpreises ist mit 15.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird an der Freien Universität Berlin für die Weiterentwicklung der Lehre eingesetzt.
Publikumspreis: Max Willert auf der Shortlist
Zusätzlich darf sich die Freie Universität Berlin über eine weitere Anerkennung freuen: Die Lehrveranstaltung „Diskrete Strukturen für Informatik“ von Dr. Max Willert wurde für die Shortlist des Publikumspreises ausgewählt.
Willert vermittelt Studierenden der Informatik und Bioinformatik im ersten Semester mathematische Grundlagen. Sein Lehrkonzept reagiert auf die Herausforderung, Hürden im MINT-Studium für eine heterogene Studierendenschaft gezielt abzubauen. Dabei kombiniert er einen Inverted-Classroom-Ansatz, Arbeit in Kleingruppen und innovative Lern- und Prüfungsformate.
Wichtiges Merkmal der Lehrveranstaltung ist ein von den Studierenden selbst erstelltes „Exam Booklet“, das während der Prüfung verwendet werden darf. Damit erstellen die Studierenden ihr eigenes Nachschlagewerk – und zeigen damit, dass sie den Stoff nicht auswendig gelernt, sondern wirklich durchdrungen haben. Zudem werden damit Prüfungsängste reduziert, kontinuierliches Lernen gefördert und selbstständige Lernprozesse unterstützt. Ergänzt wird das Konzept durch eine Methodenwoche zur Reflexion von Lernstrategien sowie eine intensive Betreuung durch speziell geschulte studentische Tutorinnen und Tutoren.
Für den mit 5.000 Euro dotierten Publikumspreis können Interessierte über die insgesamt fünf nominierten Lehrveranstaltungen online abstimmen unter www.lehrpreis-berlin.de bzw. https://survey.lamapoll.de/Lehrpreis-Berlin-Publikumspreis.Der Gewinner oder die Gewinnerin wird zur Preisverleihung am 1. Juli bekanntgegeben.
Für die Freie Universität Berlin ist die Auszeichnung auch eine Anerkennung ihrer strategischen Bemühungen um die kontinuierliche Weiterentwicklung von Studium und Lehre. Aus knapp 190 studentischen Vorschlägen und 90 hochschulinternen Bewerbungen waren die Lehrveranstaltungen zuvor für den Berliner Landeslehrpreis nominiert worden. Die Auswahlkriterien umfassten insbesondere die Qualität der Didaktik, die Studierendenzentrierung sowie Innovations- und Transferpotenzial. (cxm)
Weitere Informationen
- Mehr zum Berliner Landeslehrpreis, dem Programm des Fachtags für exzellente Lehre und zur Abstimmung über den Publikumspreis online: www.lehrpreis-berlin.de
- Mehr zu den Wettbewerbsbeiträgen der Freien Universität Berlin: https://www.fu-berlin.de/campusleben/lernen-und-lehren/2026/260519-berliner-lehrpreis/index.html
- Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege: https://www.berlin.de/sen/wgp/presse/2026/pressemitteilung.1680470.php
- Die Podcast-Reihe zum Seminar „Talking Violence“ ist abrufbar unter: https://open.spotify.com/show/5MRtorxoImX4zCelK34Lqr?si=dbdfea73db7041a2
Kontakt
- Prof. Dr. Sven Chojnacki, Vizepräsident der Freien Universität Berlin, E-Mail: vp3@fu-berlin.de
