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Freie Universität Berlin verleiht Goldene Ehrennadel an Reinhard Strecker

Nr. 068/2026 vom 09.06.2026

Die Freie Universität Berlin hat den Publizisten und ehemaligen Studenten Reinhard Strecker für sein herausragendes Engagement bei der Aufarbeitung nationalsozialistischer Justizverbrechen mit der Goldenen Ehrennadel geehrt. Mit der Auszeichnung würdigt die Freie Universität insbesondere Streckers Einsatz Ende der 1950er und Anfang der 1960erJahre. Die Ehrung erfolgte in einem persönlichen Rahmen durch den Präsidenten; ein Empfang mit geladenen Gästen fand am 05. Juni 2026 im Goldenen Saal des Präsidiums statt.

Der Publizist und frühere FU-Student Reinhard Strecker wurde mit der Goldenen Ehrennadel der Freien Universität Berlin gewürdigt.

Der Publizist und frühere FU-Student Reinhard Strecker wurde mit der Goldenen Ehrennadel der Freien Universität Berlin gewürdigt.
Bildquelle: Sotirios Agrofylax

Als Student der Freien Universität Berlin hatte Reinhard Strecke gemeinsam mit weiteren Studierenden zur personellen Kontinuität ehemaliger NS-Juristen in der bundesdeutschen Justiz recherchiert. Aus den Recherchen entstand die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“, die dokumentierte, dass zahlreiche Richter und Staatsanwälte, die an nationalsozialistischen Unrechtsurteilen beteiligt gewesen waren, nach 1945 weiterhin im Justizdienst der Bundesrepublik tätig waren.

Die Ausstellung sollte damals auch an der Freien Universität Berlin gezeigt werden. Auf Druck des Berliner Senats wurden jedoch keine Räume zur Verfügung dafür gestellt.

Aus heutiger Sicht bewertet die Freie Universität diese Entscheidung als falsch und würdigt das Engagement von Reinhard Strecker ausdrücklich.

„Reinhard Strecker ist ein Vorbild für jeden Studierenden und jede Studierende: engagiert, kritisch und tatkräftig. Er ließ sich auch von massiven Denunziationen nicht davon abkriegen, das Richtige zu tun. Nämlich für eine demokratische und rechtsstaatliche Justiz frei von Faschismus und Diskriminierung einzustehen. Gerade heute sollte uns das ein Vorbild für unsere tägliche Arbeit in Forschung und Wissenschaft sein“, betont Prof. Dr. Dr. h.c. Günter M. Ziegler, Präsident der Freien Universität Berlin.

Reinhard Strecker trug mit seiner Arbeit maßgeblich dazu bei, die öffentliche Debatte über die NS-Vergangenheit der bundesdeutschen Justiz anzustoßen. Seine Recherchen und die Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ gelten heute als wichtiger Beitrag zur demokratischen Selbstaufklärung der frühen Bundesrepublik. Er war außerdem Gründungsmitglied der Deutsch-Israelischen Studiengruppe an der Freien Universität Berlin. (sot)

Weitere Informationen

Kontakt

  • Sotirios Agrofylax, Referent für politische Strategie und Kommunikation, Stabstelle Kommunikation und Marketing, Freie Universität Berlin, E-Mail: sotirios.agrofylax@fu-berlin.de