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Neue Reihe "Wir sind FU! - Gemeinsam geht's besser" startet

08.06.2026

Prof. Dr. Verena Blechinger-Talcott

Prof. Dr. Verena Blechinger-Talcott
Bildquelle: Bernd Wannenmacher

Die Freie Universität Berlin ist mehr als Hörsäle und Forschung – sie lebt von den Menschen, die hier lernen, arbeiten und ihren Alltag teilen. „Wir sind FU!“ stellt diese Menschen in den Mittelpunkt. Es geht um Geschichten, die verbinden, persönliche Einblicke und viele Gründe, sich mit der Universität verbunden zu fühlen. Ein Gespräch mit Verena Blechinger-Talcott über die Vielfalt der Berufe und Projekte, den Schatz an Geschichten und die ausgeprägte Kollegialität an der Freien Universität.

Frau Blechinger-Talcott, Sie haben die neue Serie „Wir sind FU!“ ins Leben gerufen. Was hat es damit auf sich?

Das Thema „Universitätskultur“ gehört zu meinem Aufgabenbereich als Erste Vizepräsidentin der Freien Universität. Damit sind im weitesten Sinne die Stärkung unserer Identität als FU-Angehörige, das Leben unserer Werte und die Förderung eines guten Miteinanders gemeint. Konkret heißt das, auch die Vernetzung der Uni-Mitglieder untereinander zu fördern und das Universitätsprofil zu schärfen.

In der Reihe „Wir sind FU!“ werden Themen und Personen aus unserer Universität vorgestellt – in Interviews mit Mitarbeiter*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen unserer Universität sowie in Berichten über spannende Forschungsprojekte. Viele wissen gar nicht, welche Vielfalt an Berufen es eigentlich an der FU gibt. Wo arbeiten die Gärtner*innen, was genau machen unsere Tierpfleger*innen, und was ist das Aufgabenspektrum der Glasbläser, die an der FU arbeiten? Welche Labore gibt es eigentlich an der FU? Uns interessiert, was ein Tag zum Beispiel als Hausmeister des Instituts für Biologie alles mit sich bringt, was uns ein Gehirnscan über die Entstehung von Wahrnehmungen verrät, welche Geschichten die Mitarbeitenden des Universitätsarchivs zu erzählen haben oder warum die Klein- und Heimtierklinik der FU Berlin seit 1996 einen Blutspendedienst für Hunde und Katzen organisiert.

„Wir sind FU!“ soll einen Beitrag zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls an der Uni leisten. Hier können wir erfahren, was die Menschen auf dem weitgestreckten Campus täglich bewegt und fordert.

Wie ist die Idee zu dieser Reihe entstanden?

In einer solch komplexen Organisation wie der FU Berlin kann die Förderung von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl eine Herausforderung sein. In Umfragen und Interviews haben wir in verschiedenen Zusammenhängen in den vergangenen Jahren viele Fragen gestellt und Hinweise auf den Zustand unserer Universitätskultur erhalten. Dabei haben wir herausgefunden, dass es nicht nur räumlich und organisatorisch eine große Entfernung zwischen den Universitätsmitgliedern gibt. Das Wissen um den enormen Reichtum an Fächern, Persönlichkeiten, Projekten und Kompetenzen ist sehr ungleich verteilt und nimmt in der Regel mit größerer Distanz zum eigenen Tätigkeitsumfeld ab. Auch die Identifikation mit der Universität als Ganzes ist sehr unterschiedlich stark ausgeprägt.

Ich weiß vielleicht noch, womit sich der Kollege auf demselben Flur beschäftigt und kenne die Forschungsschwerpunkte der Kollegin aus dem benachbarten Institut am selben Fachbereich. Aber dann wird es schon schwierig. Bei großen Fachbereichen wie Biologie, Chemie und Pharmazie oder Philosophie und Geisteswissenschaften ist selbst das kaum für alle Kolleg*innen möglich. Und die Professorin für Radiochemie weiß wahrscheinlich wenig darüber, was der Sachbearbeiter im Personalbereich den ganzen Tag macht – und umgekehrt.

Warum ist das wichtig?

Wissen ist eine gute Grundlage für zugewandtes Verständnis und erleichtert die Zusammenarbeit. Letztendlich ist die Universität ein großer Gesamtorganismus, in dem sich jedes Mitglied zum Gelingen des Ganzen einbringt. Je mehr ich über die anderen Teile weiß, umso besser verstehe ich die Anforderungen und Notwendigkeiten, die von dort aus an mich herangetragen werden.

Das Wissen um die Kompetenzen und Spezialisierungen der anderen erleichtert die Vernetzung und senkt Schwellen zur Kontaktaufnahme. Wir wünschen uns eine Universität, in der frei und über alle Statusgruppen hinweg kommuniziert wird. So wird nicht nur ein angenehmes Arbeitsklima geschaffen, sondern so werden auch die kreativsten Lösungen für Herausforderungen gefunden.

Nach acht Jahren im Präsidium und weil ich dem nächsten Präsidium nicht mehr angehören werde, ist es mir ein besonderes Anliegen, noch einmal die Fülle der Berufe und die Vielfalt der Beschäftigten an der Universität sichtbar zu machen.

Was kann diese Serie im besten Fall erreichen?

Oft verengt sich unser Blick auf Probleme, die teilweise auch durch Mittelverknappung oder externe Anforderungen entstehen. Dadurch kann uns allen der Blick für die täglichen kleinen und großen Erfolge verloren gehen, die wunderbaren Geschichten und die spannenden Persönlichkeiten an der Universität. Hier setzen wir mit „Wir sind FU!“ an.

Wir wollen das, was die Freie Universität über weite Strecken ihrer Geschichte gekennzeichnet hat und immer noch vorhanden ist – die sehr kollegiale FU-Kultur, der Stolz darauf, Teil dieser Universität zu sein, das stark ausgeprägte positive Gefühl „Wir sind FU!“ – stärken und mit den hier versammelten Interviews, Porträts, Berichten und Statements zeigen.

Zur Person

Verena Blechinger-Talcott ist seit 2004 Professorin für Politik und Wirtschaft Japans am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin. Seit 2018 ist sie Vizepräsidentin der Universität, seit 2022 Erste Vizepräsidentin. In dieser Funktion vertritt sie den Präsidenten und ist unter anderem für Universitätskultur, Internationales, Diversity und Gleichstellung zuständig.